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THS

Als ich 2001 in Wien operiert wurde, galt die THS-OP als gelungen, wenn man danach mit möglichst wenig Medikamenten gehfähig war.


Bei mir war das nicht der Fall. Auf die Frage, ob sich die OP gelohnt hat, antwortete ich trotzdem mit "Ja". Die qualvollen Überbewegungen waren weg, keine fünf verschwitzten T-Shirts mehr. Ich war konstant in einem mäßigen "Off"!
Statt 11 Medikamente brauchte ich noch drei. Die Steifheit war auch geringer. Das Musizieren war auch wieder möglich.

Einen Lobgesang auf die THS gab es bei mir nicht zu hören. Ich war und bin bis heute für eine (selbst-)kritische Würdigung. In unserem Forum wurde ein fast ideologisches Pro und Contra zum Erfolg der THS gepostet. Dass es zu Kabelbrüchen kommt, oder dass Krankenhauskeime die Elektroden im Hirn befallen und das ganze THS-System herausgenommen werden muss, haben einige unserer Mitglieder erfahren bzw. erleiden müssen.
Für mich gab es eine Besserung durch die Möglichkeiten, die die Activa-Generatoren haben. Ich konnte wieder mit der Hand schreiben, mich selbst duschen und anziehen! Die Early-Stimulation, die THS-OP im frühen Krankheitsstadium, halte ich für keine gute Idee, es sei denn die Symptomatik ist so schlimm, dass man als "ultima ratio" keine andere Wahl hat. "Wegoperieren" kann man den Parkinson nicht!


Hoffnung ist nicht an den Fortschritt der Medizin gebunden, Gott sei Dank! Sie gründet sich auf meinen Glauben, dass ich ein voller Mensch bin und eine bleibende Würde habe. Die Krankheit ist keine "Strafe", sondern eine erschwerende Rahmenbedingung, die wir - am besten gemeinsam - meistern können! Wir können auch anderen eine Hilfe sein, Widrigkeiten auszuhalten und zu überwinden.

Autor P. (04.11.2014)