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Kabelbruch und Infektion

Bericht in drei Folgen:

1. Teil Teil 2 Teil 3

Kabelbruch nach THS

Im August 2013 wurde bei mir ein Kabelbruch festgestellt. Es war der zweite seit meiner THS vor 6 ½ Jahren. Das Kabel war direkt am Ausgang des Neurostimulators abgeknickt, weshalb die Stimulation nicht mehr funktionieren konnte.

Da meine Kabel veraltet waren und die inzwischen entwicklungstechnisch verbesserten Neurostimulatoren auch andere Kabel benötigten, entschied man sich, sowohl die Kabel als auch den Neurostimulator durch ein moderneres Modell auszutauschen.

Im September stand diese Operation an. Sie verlief zunächst gut. Einige Wochen später schmerzte die Narbe am Connector, der sich hinter dem Ohr befindet und die Verbindung zu den Elektroden herstellt. Kurze Zeit darauf platzte sie morgens beim Duschen. In der Klinik nahm man einen ersten Abstrich vom Äußeren der Wunde und operierte mich ein zweites Mal: der Connector sollte tiefer ins Gewebe eingelassen werden. Während dieser 2. OP wurde ein Abstrich vom Gewebe unter der Wunde genommen.

Krankenhauskeim und Explantation des gesamten Ths-Systems

Einige Tage nach dieser Operation bekam ich das Ergebnis des ersten Abstriches: ich hatte einen Keim, der für gewöhnlich nur auf der Haut liegt und nicht ansteckend ist, aber die Einnahme eines Antibiotikums erforderlich macht.

Kurze Zeit später teilte mir einer der Neurochirurgen mit, dass der besagte Keim auch im Gewebe nachgewiesen werden konnte und dass es sich um den sog. Staphylokokkus lugdunensis handele, der zur Gruppe der Krankenhauskeime gehört und sich als resistent gegen die meisten Antibiotika erwiesen hatte. Da nach Meinung der Chirurgen, die mich operiert hatten, weder der Connector noch die Kabel mit dem Keim belegt bzw. infiziert schienen, riet man mir, weiterhin mein Antibiotikum zu schlucken und es sicherheitshalber noch ca. 14 Tage einzunehmen. Ich wurde aus der Klinik entlassen.

Nach Ablauf dieser 14-tägigen Zeitspanne – die Wunden waren sehr gut zugeheilt - vergingen noch ca. 10 – 12 Tage, bis sich die Narbe am Hals (hier wird die Verlängerung der Kabel vorgenommen) entzündete und einen Eiterherd bildete.

Die Ärzte entschieden, mich umgehend stationär als Notfall aufzunehmen und noch in der kommenden Nacht zu operieren. Nach ausführlichen und intensiven Gesprächen, in denen uns der Oberarzt die Risiken bzw. die Gefahren dieser Entwicklung darlegte, wurde der Entschluss gefasst, die Explantation des gesamten THS-Systems vorzunehmen. Sollte sich der Keim an den Kabeln oder dem Connector befinden, schlimmstenfalls auch an den Elektroden, so drohe mir eine Entzündung des Gehirns, die tödlich enden könne, wenn nicht das THS-System entfernt würde. Das Antibiotikum könne nicht die Verbreitung des Keims entlang der Kabel verhindern. Infolge dessen müssten leider auch die Elektroden aus Sicherheitsgründen entfernt werden.

Teil 2 Teil 3

Autor B.