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Sri Lanka

Reisebericht - Teil 1

Nachdem ich mehrfach gebeten wurde, sollte ich mal anfangen, den versprochenen Bericht meiner diesjährigen Urlaubsreise zu beginnen.

Angefangen hat alles an meinem Geburtstag im Januar. Ich bekam von meiner Tochter hübsch verpackt, die Begleitung zu einer Reise nach Sri Lanka geschenkt.
Sie hatte sich wohl gemerkt, dass ich gerne eine Ayurvedakur, verbunden mit einem sonnigen und warmen Aufenthalt, machen würde und mich damit sehr überrascht.
Im Nachhinein kann ich sagen, dies war eines meiner schönsten Geburtstagsgeschenke, die ich je bekam.

Das recherchieren und planen war meine Sache und so ging ich dran, mich zu informieren. Ich merkte bald, dass Sri Lanka außer Ayurveda ganz viel auch an Kultur und Natur zu bieten hat. Logischerweise kam dafür nur eine Rundreise in Betracht, die wir zu Beginn unseres Urlaubes dann auch machten.

Den Flug buchten wir schon frühzeitig im Februar und damit auch günstig. Wir haben uns für einen Direktflug entschlossen, Frankfurt – Colombo in 10 Stunden Flugzeit, was ich jederzeit wieder so machen würde. Es war ein Nachtflug und nach 3 Filmen und 2 Mahlzeiten, dazwischen immer wieder Füße bewegen, etwas dösen (mehr war für mich leider nicht drin), waren wir da.

In Sri Lanka ist es üblich, nicht selber Auto zu fahren, sondern man nimmt Bus oder Bahn, Tuk-Tuk (ist eine Autorikscha, bzw. ein Dreiradauto) oder ein Auto mit Fahrer, was für uns durchaus erschwinglich ist. Der Verkehr ist kaum zu beschreiben. Da teilen sich Fußgänger, Mopeds, Fahrradfahrer, Tuck-Tuks, Autos, Kleinbusse und zu guter Letzt die großen, alten, klapprigen Linienbusse eine Straßenseite! Das bedeutet, ständig wird überholt, gehupt, gestoppt und ausgewichen. Jede Sekunde muss ein Fahrer aufmerksam sein, kein leichter Job! Aber da regt sich niemand auf, eher das Gegenteil. Die Fahrer suchen nach Erklärungen warum der andere Fahrer jetzt dies und das gemacht hat, was nicht ok war.

Die ersten 3-4 Stunden in Sri Lanka hatten wir nun Gelegenheit uns an dieses Verkehrschaos zu gewöhnen. Dann waren wir in Dambulla bei unserem Hotel für die ersten drei Nächte angekommen. Nun war an diesem ersten Tag nur noch relaxen angesagt. Vor allem haben wir den Pool genossen, da die Tage im Nice Place (so hieß das Hotel) doch ganz schön heiß waren. Wir hatten Temperaturen bis zu 37 Grad am Mittag.

Am nächsten Morgen ging es früh los. Indika, unser Fahrer, erwartete uns fertig für die Fahrt um 7:30 Uhr. Das erste Besichtigungsziel war der Löwenfelsen in Sigiriya. Es war eine gute Entscheidung so früh zu gehen, denn später wurde es heiß und sehr voll. Wir konnten noch ohne Wartezeit die über 1000 Treppenstufen aufwärts gehen und auch noch ohne Gedränge die Wolkenmädchen bewundern. Dies alles genauer zu beschreiben würde den Rahmen hier sprengen. Wen´s interessiert, im Internet gibt es tolle Fotos und Beschreibungen von allem, was wir besucht und besichtigt haben.
Auf jeden Fall hat man von da oben einen grandiosen Ausblick und der Aufstieg war nicht so dramatisch, wie ich dachte. Die feuchte Luft machte mir allerdings schon etwas zu schaffen und der Atem ging ziemlich schwer bei dieser Anstrengung. Aber ich hab´s geschafft und war oben!
Ansonsten hatten wir an diesem Tag nichts geplant und nach dem Museumsbesuch ging´s zum Relaxen ins Hotel zurück.

Die nächsten beiden Tage galten wieder den alten Kulturen. Wir besuchten die alte Königstadt Polonnaruwa und den Felsentempel von Dambulla und besichtigten viele Buddhas, Tempel und antike Bauwerke, immer begleitet von unserem Fahrer Indika, der umsichtig Autotüren öffnete (bis das Thermometer mal die 35 Grad Marke überstieg ..lach) und auch sonst z. B. beim Geldumtausch, Einkaufen und Handeln, Obst und Wasser besorgen, behilflich war.
Ich fühlte mich bei den sommerlich-heißen Temperaturen sichtlich wohl. Mein Körper reagierte allerdings auf die feuchtwarme Luft mit Wassereinlagerungen und von daher ging das Atmen bei Anstrengung auch etwas schwerer. Dem Parkinson hat die Wärme gefallen. Er verhielt sich relativ ruhig.

Am vierten Tag stand eine weitere alte Königstadt auf dem Programm: Kandy, laut Reiseführer eine der schönsten Städte in Sri Lanka. Wir haben leider nicht so viel davon gesehen, da es regnete. Ein Muss in Kandy ist wohl der Zahntempel. Hier wird ein Zahn Buddhas als Relique verschlossen aufbewahrt und nur zu bestimmten Zeiten kann man einen Blick auf das Aufbewahrungskästchen werfen. Darauf zu warten war uns nicht ganz so wichtig.

Was uns wirklich gut gefallen hat, ist der Botanische Garten von Kandy, den wir am nächsten Morgen besuchten. Unbeschreiblich schön die alten Bäume. Leider verhindern oft Touristen die Bäume in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Naja, das mit den Selfis scheint ein beliebter Sport zu sein und die Stangen, die teilweise dazu benutzt werden sind wirklich eine Geschmackssache.
An diesem Tag besuchten wir noch eine Teeplantage und wurden über den Werdegang des Tees, wie wir ihn kennen, informiert. Eine interessante Sache und der Ceylon Tee ist echt gut. Auch haben wir im Laufe der Reise einen Gewürzgarten besucht und gesehen, wo und wie die Gewürze wachsen, die wir verwenden (z.B. Vanille, Pfeffer, Zimt, Cucumber, Koriander).

Nun waren wir also in den Bergen Sri Lankas und mussten unsere Langarmpullis auspacken. Nuvara Eliya war der Ort, wo wir übernachteten, um am nächsten Tag in der Frühe (5Uhr) Richtung World´s End aufzubrechen. Es war noch Nacht, wurde aber dämmrig und wir erlebten einen schönen Sonnenaufgang mit noch etwas von Nebel überzogenen Wiesen, auf denen es sogar zu unserer Überraschung viele Elche gab.
World´s End ist im Horton Plains Nationalpark auf der Hochebene (2150m) eine Stelle, wo plötzlich ein steilen Abhang von 1650 m da ist, unter dem sich das Tiefland erstreckt. Hier bietet sich ein atemberaubender und faszinierender Ausblick. Die Rundwanderung dauerte ca. 4 Stunden. Auch hier hatte ich leider etwas Probleme mit der Luft. Aber die Natur hat alles wettgemacht und bei den Pausen zum Luftholen konnte man sehr gut die Landschaft bestaunen. Es gibt da auch wunderschöne Wasserfälle, Baker´s Falls ist wohl der bekannteste. Hier wollten einheimische Schuldmädchen unbedingt ein Gruppenfoto mit uns machen. Anscheinend sind wir für manche Singalesen hellhäutige Menschen noch etwas Besonderes.

Dieser Tag endete mit einer wunderschönen Zugfahrt durch die Berge nach Ella. Zugfahren mit den Ortsansässigen ist schon ein Erlebnis. Da die Bahn langsam fährt und öfters anhält, sieht man viel von der Umgebung, macht einfach Spaß. Am Schluß der Fahrt waren wir auch fast am Ende unserer Rundreise. Am nächsten Morgen brachte uns unser Fahrer auf einer 6 -stündigen Fahrt sicher zu unserem Ayurveda Resort in Ambalangoda an der Südwestküste.

Dies alles sind Eindrücke und Erlebnisse die ich nicht missen möchte und die mir niemand mehr nehmen kann.
Meine Erfahrungen mit Ayurveda und den weiteren Aufenthalt in Sri Lanka folgen im Teil 2.

Autor R. im Oktober 2015