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Sri Lanka

Reisebericht - Teil 2

Hier will ich über die beiden Wochen berichten, bei der wir erstmals Ayurveda kennen lernten.
Natürlich hatte ich schon vieles darüber gelesen und wie auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM),
war mir diese aus Indien stammende alte Heilmethode nicht ganz unbekannt.
Ich war also gespannt auf das, was auf uns zukommen sollte.

Schon im Vorfeld hatte ich mich kundig gemacht. Bei Reiseveranstaltern, die sich darauf spezialisiert haben ebenso,
wie auch bei Mitpatienten, die mit einer Ayurvedakur in Sri Lanka oder Indien gute Erfahrungen gemacht haben.
Schnell war uns klar, dass wir ein Hotel bevorzugen würden, das klein, ruhig und ärztlich begleitet war.
Eine kleine Agentur in Ludwigshafen war mir dabei sehr behilflich und wir haben uns für das Amba Boutique Hotel in Ambalangoda (Südwestküste) entschieden.
Ein relativ neues Haus, hell, freundlich, mit sehr schönem Sichtbeton und braunen Holzböden, sowie einem Außenpool.
Alle neun Zimmer haben Balkon mit Meerblick. Es war im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung.

Der Pool wurde von uns auch sehr oft benutzt, weil das Baden im Indischen Ozean zu der Zeit und an diesem Ort eher lebensgefährlich ist.
Anfang Oktober bestimmt der Monsun noch das Wetter, so dass die See sehr bewegt ist und es auch öfters regnet.
Da die Temperaturen sehr feucht-warm sind, ist ein Regenguss aber eher erfrischend.
Der warme Sommerregen erinnerte mich an meine Kindheit. Wir hatten früher im Sommer immer unseren Spaß,
wenn wir im warmen Regen freudig tanzen und rumhüpfen konnten.

Christine, Hotelbesitzerin mit Herz, hat uns begrüßt und uns über die Gepflogenheiten des Hauses informiert.
Wir waren relativ schnell beim Du. Durch den familiären Charakter und die Abgeschlossenheit des Resorts war es überhaupt kein Problem,
die Zimmertür nicht abzuschließen sondern eher angenehm für uns.
Eine Willkommensfußmassage und die erste ärztliche Konsultation war nach der Ankunft im Amba auch schon vorbereitet.
Danach hatte jede von uns einen Plan, ähnlich wie in der Reha, in der Hand.
Zum Dinner gab es als Willkommensgruß für uns einen leckeren Teller mit Fisch und Gemüse (wir nannten es unsere Henkersmahlzeit…lach).
Nun konnte unsere Kur beginnen!

Die nächsten 15 Tage gab es nur noch Wasser und Tee zum Trinken. Unser Frühstück bestand aus Suppe und einem großen Teller
mit frischem Obst, worauf wir uns jeden Morgen freuten. Mittags gab es vor allem immer roten Reis mit verschiedenen Gemüsecurrys.
Die Ärztin des Hauses hat uns immer die verschiedenen Zutaten gezeigt und etwas darüber erzählt. Am Abend zum Dinner war es ähnlich.
Das Essen war sehr schmackhaft und gut. Es spielt auch in der Panchakarma-Kur eine große Rolle.
Außerdem gehörten Anwendungen wie Ganzkörpermassagen (teilweise synchron), Kopfmassage, Gesichtsmassage, Thermomassage mit heißen Reissäckchen, Stirnguss (Schirodhara), Kräuterbad, Nasenreinigung und Darmpflege zum Programm. Um 7 Uhr in der Frühe wurde Joga angeboten, das ich auch öfters besuchte.
Erstaunlicherweise habe ich diese zwei Wochen nichts vermisst. Weder Kaffee noch Brot, weder Saft noch ein Gläschen Wein oder sonstige Getränke.
Bei den Mahlzeiten habe ich genossen, dass ich nichts heraussuchen musste, es wurde einfach serviert.
Wir konnten ganz leger zum Essen kommen, manchmal sogar im Bademantel (den gab es jeden Tag frisch), wenn die Behandlungen um die Mittagszeit lagen.
Allerdings war Umziehen oft angesagt und gar nicht so einfach. Der feuchte Körper bremste mich manchmal ganz schön aus.
Vor allem wenn ich in den Pool wollte. Da schwitz man noch mehr, bis man endlich den Badeanzug anhat. Eigentlich sollte man meinen, wenn du dich am Tag 5 mal umziehen musst hast Übung drin. Den Eindruck hatte ich nicht.

In diesen beiden Wochen im Amba war vor allem Ruhen angesagt. Dies gehört auch zu Kur. Deshalb waren wir gar nicht traurig,
dass das Wetter nicht so beständig war wie in der ersten Woche. Trotzdem konnten wir auch von Ambalangoda aus einiges unternehmen.
Natürlich waren u. a. viele Strandspaziergänge dabei.

Ein Besuch in der nächsten Stadt z B., eine Tuk-Tuk–Fahrt nach Bentota, zwei Mal waren wir in Galle, einer sehr schönen alten Stadt im Süden
mit vielen Häusern aus der Kolonialzeit und einer kompletten Stadtmauer. Wir waren in einem wunderschönen Tempel mit vielen geschnitzten Buddhas
und wir waren erschüttert von den Bildern im Tsunami-Museum. Dieser Teil der Küste war damals sehr stark verwüstet.
Inzwischen sieht man davon nicht mehr viel. Nur ein eindringliches Mahnmal erinnert an die 50000 Tode, die in Sri Lanka beim Tsunami 2004 umkamen.
Das ist die zweitgrößte Zahl an Opfern nach Indonesien, viel für so eine kleine Insel.

Ich merke gerade, dass ich unmöglich alles berichten kann was wir gesehen und erlebt haben.
So habe ich z.B. unsere Safari im Minneriya Nationalpark im ersten Teil vergessen zu erwähnen. Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis.
Wir sahen u. a. sehr viele freilebende Elefanten. Sie zogen in Herden zum See, grasten dabei unermüdlich.
Hier gab es auch viele, für uns unbekannte Vögel, Wasserbüffel, Affen und ich sah das erste Mal ein freilebendes Chamäleon.

Viele fragten mich, ob die Ayurvedabehandlung was gebracht hat. Darauf ein eindeutiges JA. Wenn ich im Moment auch nur eine Sache anführen kann,
so finde ich diese doch auf jeden Fall sehr wichtig – ich schlafe seit Sri Lanka mindestens zwei Stunden länger.
Ansonsten will ich mich noch mehr um die Ernährung kümmern, denn ich denke, dies trägt sehr zu einem guten Wohlbefinden bei.

Und zum guten Schluss: Wir hatten einen wunderschönen Urlaub, haben viel gesehen und erlebt und dazugelernt
und es ist schön, dass ihr daran auch im Nachhinein eure Freude habt.

Autor R. im Oktober 2015