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Tremor

Ich bin ein Mensch, der sich gern unter Kontrolle hat. Und ich kann mich nur sehr schwer daran gewöhnen, dass das mit Parkinson nicht mehr so ist.

Jeder Stress, jede Anspannung, meistens genügt ein Gedanke, der mich bewegt, löst den Tremor links aus. Und wenn ich mich drüber ärgere, wird es sofort schlimmer, weil ja die Anspannung und Emotionalität steigt.

Auch das Allgemeinbefinden und der Hormonhaushalt spielen bei mir eine große Rolle - je labiler, desto stärker der Tremor.

Ich weiß seit 2010, dass ich Parkinson habe, und so langsam finde ich die eine oder andere Strategie. Wenn ich z.B. öffentlich ein Laptop bedienen muss, dann sehe ich zu, dass ich jemanden neben mir sitzen habe, der Bescheid weiß und die Maus bedient, wenn es bei mir wegen des Tremors nicht geht. Das Gleiche gilt für das Umblättern von Noten im Chor oder bei Unterlagen in Besprechungen.

Manche Dinge mache ich zur Zeit lieber nicht - zu viel emotionaler Stress - aber verstecken will ich mich auch nicht, das ärgert mich dann auch. Also versuche ich in kleinen Dosen mich an den öffentlichen Tremor zu gewöhnen.

Jemand hier bei Paol hat mir mal geschrieben: "Der Tremor ist der Spiegel deiner Seele." Na toll! Ich will selbst entscheiden, wem ich meine Seele zeige! Aber leider stimmt es, und das ist echt schwierig. Am hilfreichsten ist es, ganz offen damit umzugehen, da bekomme ich die erstaunlichsten Rückmeldungen. Aber auch das Offensein muss ich lernen, nach und nach.

Ich wünsche uns viel Geduld mit uns selbst! Nicht unterkriegen lassen ist das Wichtigste. Ist ja schließlich nur ne Krankheit. :)

Autor B.