Sportklettern
Der Trainer sollte Erfahrung im Umgang mit Parkinson-Patienten haben und in der Lage sein, das Training auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Patienten abzustimmen.
Es gibt einige Studien, die untersucht haben, ob Sportklettern als Form der Bewegungstherapie für Parkinson-Patienten geeignet ist. Diese Studien haben gezeigt, dass Sportklettern helfen kann, die motorischen Fähigkeiten von Parkinson-Patienten zu verbessern, insbesondere die Muskelkraft und die Koordination. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Sportklettern dazu beitragen kann, das Gleichgewicht und die Flexibilität zu verbessern und somit das Risiko von Stürzen zu verringern.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass jeder Parkinson-Patient unterschiedlich ist und dass die Symptome und Schweregrad der Erkrankung von Person zu Person variieren können. Daher sollten Parkinson-Patienten, die daran interessiert sind, Sportklettern als Teil ihrer Therapie zu nutzen, dies immer mit ihrem Arzt besprechen und sich von einem qualifizierten Trainer betreuen lassen. Der Trainer sollte Erfahrung im Umgang mit Parkinson-Patienten haben und in der Lage sein, das Training auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Patienten abzustimmen.
Parkinson und klettern – geht das überhaupt?
Irgendwie kann ich mir das nicht wirklich vorstellen. Dennoch hat ein Kletterartikel meine Neugierde geweckt. Kurz recherchiert und Kontakt aufgenommen – schon werde ich zum Schnuppern eingeladen.
Ich betrete das erste Mal eine Kletterhalle und bin überwältigt – von der Höhe der Kletterwände, den Überhängen, einigen der Natur nachempfundenen Felswänden und dem dadurch entstehenden Outdoor-Feeling. Es herrscht buntes Treiben auf der vertikalen Spielwiese.
Und dann ist es so weit, nach einer ausführlichen Einweisung, Anlegen des Sicherungsgurts, Knotenbinden und abschließend dem Partnercheck, versuche ich nun meine erste Route! Äußerst konzentriert nutze ich jeden Griff und jeden Tritt. Bin froh um jeden Hinweis, der von unten kommt. Meine volle Aufmerksamkeit gilt der Kletterwand. Eine gewisse Unsicherheit kommt auf! Ob mich meine Sicherungspartnerin auch wirklich hält?
Und dann bin ich oben! Und jetzt? Ich muss loslassen, um abgelassen zu werden. Ein Gefühl des Ausgeliefertseins und der Angst überkommt mich. Es fällt mir schwer mich darauf einzulassen. Ich hänge im Seil, als ob ich gerade notgelandet wäre! Aber es gelingt! Ein unbeschreibliches Gefühl überkommt mich, als ich wieder Boden unter den Füßen habe.
Voller Stolz blicke ich auf „meine“ Route und gehe sie in Gedanken noch einmal ab. Kaum zu glauben, soweit oben war ich? „Das hast du gemacht“! Werde ich gelobt. Euphorie macht sich breit.
Ich klettere nunmehr seit mehreren Jahren regelmäßig, habe Sichern und Vorsteigen gelernt und eine entsprechende Prüfung abgelegt. Während des Kletterns gibt es nichts anderes um mich herum – kein Gedankenkreisen um Parkinson – nichts! Parkinson ist ausgeblendet. Meine Aufmerksamkeit und Konzentration gilt alleine dem Klettern und der richtigen Griff- und Trittabfolge.
Das ist einerseits anstrengend, andererseits aber auch mental entlastend. Parkinson bleibt unten! Der Klettervirus hat mich voll erwischt! Und das Ergebnis lässt sich sehen: Meine Ausdauer, Koordination und Konzentration haben sich erheblich verbessert. Außerdem Muskeln und Beweglichkeit gestärkt. Sogar meine Physiotherapeutin bestätigt mir eine signifikante Verbesserung des Gleichgewichts, Körperhaltung und -Körperspannung.
Ich fühle mich rundum lebendig! Nach dem Klettern sind meine Arme müde, aber der Geist ist frisch. Zwischenzeitlich habe ich auch meinen Mann und eine Freundin infiziert. Aber das Beste am Klettern – außer dem Spaß und der Begeisterung ist:
Parkinson ist weg! Alles, was das Leben ausmacht, ist da!
Canty
Warum Klettern bei Parkinson helfen kann?
Quelle Hilde-Ulrichs-Stiftung
Neben der gesteigerten körperlichen Fitness, wird durch Sportklettern die bei Morbus Parkinson reduzierte Flexibilität, Rumpfstabilität, Balance, Haltung und der Bewegungsumfang verbessert. Es werden neue Bewegungsmuster aufgebaut und somit die kognitive Fähigkeit gefördert.
Aus psychologischer Sicht führt Sportklettern zu einer Steigerung der Stimmung und der Überzeugung, schwierige Situationen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können.
Aufgrund der herausfordernden Aufgaben beim Klettern und der sichtbar überwundenen Problemstellungen wird die Motivation an der Bewegung nachhaltig gefördert. Das Trainieren in Klettergruppen unterstützt das Knüpfen sozialer Kontakte und die soziale Unterstützung.
Durch den entgegengebrachten Respekt der anderen wird das Selbstwertgefühl gesteigert. Dadurch fällt es den PatientInnen leichter im täglichen Leben wieder an der Gesellschaft teilzunehmen und ein aktives Leben zu führen.
Die Erfahrung der Unabhängigkeit und Selbstkontrolle wird durch die übertragene Verantwortung beim Sportklettern gefördert, was zu einer Verbesserung der Lebensqualität beiträgt.
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