Gartentherapie
„Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden“. (Karl Foerster)
Wissenschaftler haben schon länger herausgefunden, dass der Aufenthalt und die Bewegung in Wald, Wiese oder Garten dem Körper und der Seele gut tun. Die Farbenvielfalt und die beruhigenden Naturgeräusche wirken entspannend, senken den Blutdruck und lindern Schmerzen. Die Gartenarbeit hat durch das Säen, Pflanzen und mit den Händen in der Erde wühlen, zusätzlich noch einen entspannenden Charakter. Gärtnern baut Stress ab, macht glücklich und fördert die Lebensqualität. Besonders förderlich ist die Gartentherapie bei Menschen mit Bewegungseinschränkungen wie bei Parkinson.
Mit der Gartentherapie können wichtige Fähigkeiten geübt und gefestigt werden. Es kommen Geruchs-, Gehör- oder Tastsinn zum Einsatz, wir üben uns im Gleichgewicht, dehnen und strecken uns. Gartentherapeuten machen sich die Eigenschaften der Pflanzen zu Nutzen und bewirken so, bei vielen Menschen, eine Optimierung ihrer aktuellen Situation.
Beispiel: Die Augen-Hand-Koordination durch Befüllen kleiner Pflanzgefäße oder die Feinmotorik durch Aussäen kleinster Saat oder großer Samen.
Verfasser/*in: Canty 2022.04.08
Mein Gartenjahr
Sobald es draußen wärmer wird und der Garten „ruft“, hält mich nichts mehr zurück, mich im Garten „auszutoben“. Die unterschiedlichen, über den Alltag hinausgehenden Bewegungen tun mir gut; bücken, graben, hacken, pflanzen, ernten und vieles mehr.
Schnell das Gartenwerkzeug geschnappt und los geht’s. Es gibt immer etwas zu tun. Wobei ich nicht das Gefühl habe, zu arbeiten, sondern ganz im Gegenteil: Die Beschäftigung in und mit der Natur ist Balsam für meine Seele. Während der Zeit im Garten plagt mich weder ein Schmerz, noch der Gedanke an die Krankheit. Ich atme bewusst tief durch und versuche, das Leben mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Mein Garten ist ziemlich natürlich gehalten. Obwohl er unberührt und leicht wirkt, steckt häufig viel Arbeit und Planung dahinter. Die Naturnähe zahlt sich aus. Über Jahre hinweg haben sich überraschend viele Schmetterlinge, Amseln, Igel, und Insekten angesiedelt und ein neues Zuhause gefunden. Am Treiben der Insekten und Schmetterlinge auf dem blühenden duftenden Sommerflieder kann ich mich kaum satt sehen. Gerne beobachte ich auch die Eichhörnchen beim Sprung vom Walnussbaum der Nachbarin auf unsere Haselnusssträucher.
Sobald spätestens im Mai kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen auch die im Haus überwinterten Pflanzen wieder ins Freie. Ebenso vorgezogene Setzlinge und Saatgut aller Art. Dabei probiere ich gerne alte Sorten oder sonstiges Besonderes aus.
Mein persönliches Highlight ist mein kleiner Naschgarten, der in eine süße und eine herzhafte Variante geteilt ist. Während in einer alten löchrigen Wanne zuckersüße Erdbeeren, Himbeeren und Walderdbeeren heranreifen, wachsen in einem Beet direkt anschließend Radieschen, Paprika, Mini-Tomaten und Minigurken heran und laden zum Pflücken und Naschen ein. Inzwischen ist meine ganze Familie infiziert und wartet, schon bis die ersten Früchte endlich reif sind, um diese dann ganz unauffällig im Mund verschwinden zu lassen.
Natürlich habe ich im Laufe meiner Gartenjahre auch Misserfolge eingesteckt und lehrreiche Erfahrungen machen müssen. Ein perfektes Beet gibt es nicht. Der Garten hat so seine eigene Dynamik. Um dem Winter ohne Garten-Entzugserscheinungen zu überstehen, helfen Gartengestaltungs- Ideen sammeln, Gartendekoration basteln, Zimmerpflanzen ziehen und natürlich Kräuter an der Küchen-Fensterbank und einiges mehr.
Aber auch konkretes Planen macht richtig Spaß. Mein angedachtes Projekt ist ein Wintergemüsegarten. Schauen wir mal, inwieweit ich es realisiere und ob es mir gelingen wird.
Vorfreude schüttet ja bekanntlich Dopamin aus!
Auf in ein neues Gartenjahr!
27.11.2023 Canty
Link zum Interview mit Lotte ja was blüht uns denn da
** Wenn man heutzutage Peter sucht, findet man ihn mit allergrößter Wahrscheinlichkeit im Garten.** Peter kämpft vor allem mit einem inneren Tremor – wie ihn viele Parkinsonerkrankte nennen, einer inneren Unruhe, die schwer in Schach zu halten ist. Fast per Zufall bemerkte Peter, dass die Gartenarbeit ihm dabei hilft, dieses Symptom zu lindern. Die Kombination aus körperlicher Arbeit und Ruhe, die ihn umgibt, treibt ihn bei Wind und Wetter in den Garten.
Quelle: aktivzeit.org Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis von Peter Offermann (JuP) Vielen Dank, Peter
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