Riech- und Geschmacksstörungen
Bei Parkinson ist der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns ein häufiges, aber oft unterschätztes Symptom – und es kann bereits Jahre vor den typischen motorischen Beschwerden auftreten.
Besser Riechen und Schmecken
Forschungsergebnisse bestätigen, dass bei rund 80 Prozent aller Parkinson-Patienten Riechstörungen bereits im frühen Stadium auftreten. Die Ursachen für diese Störungen liegen hierbei nicht bei gestörten Riechsinneszellen, sondern direkt im Gehirn.
Dazu kommt, dass die Mehrzahl der Parkinson-Patienten über 60 Jahre alt ist und etwa ab dem 65. Lebensjahr die Regenerationsfähigkeit der Riechzellen abnimmt und sich die Geschmackswahrnehmung zurückbildet. Viele ältere Menschen würzen daher manchmal ihr Essen zu stark oder essen gerne Süßspeisen. Ab dem 80. Lebensjahr sind 80 Prozent der Menschen von Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns betroffen.
Wie die Sinneszellen beim Riechen und Schmecken arbeiten
Die unsichtbaren Moleküle der Ausgangsstoffe, die über Mund und Nase an die Riechschleimhaut gelangen, lösen chemische Prozesse aus. Die Zunge erkennt die Geschmacksrichtungen salzig, süß, sauer, bitter und würzig mithilfe ihrer Geschmacksknospen. Dort befinden sich Rezeptoren, die den wahrgenommenen Geschmack an das Gehirn weiterleiten. Die Nase kann mithilfe der Riechzellen sogar Tausende von feinen Aromen unterscheiden. Fast alle dieser Nervenzellen befinden sich im Dach der Nasenhaupthöhle, im Riech-Epithel. Hier senden Millionen von Riechzellen Signale über den Riechnerv direkt an das Gehirn. Außerdem wichtig für das harmonische Zusammenspiel von Geruch und Geschmack ist der Nervus Trigeminus, der nicht direkt diesen Sinnen zugeordnet ist. Er kann die übrigen Sinneseindrücke unterstreichen, verstärken oder verändern und Empfindungen wie die Kühle von Menthol oder die brennende Schärfe von Chili vermitteln
Ohne Nase kein Geschmackserlebnis
Versuche mal diesen Test: Halte einfach deine Nase beim Essen zu. Du wirst nur schmecken, ob das Essen süß, sauer, bitter, salzig oder würzig ist. Weder vor, während oder nach dem Kauen wirst du einen individuellen komplexen Geschmack identifizieren können.
Die Lösung: Riech-Training
Was können Parkinson-Patienten tun, sich trotz der Riech- und Geschmacksstörungen weiterhin auf das Essen als sinnliches Genusserlebnis freuen zu können?
Eine medikamentöse Therapie scheint die Riechstörung nicht zu beeinflussen. Vielversprechend sind jedoch aktuelle Therapieansätze mit einem Riechtraining, wobei regelmäßig an verschiedenen Geruchsproben geschnüffelt werden soll.
Riechzellen haben nämlich im Gegensatz zu anderen Nervenzellen die Möglichkeit, sich zu regenerieren, denn sie bilden sich alle sechs Wochen neu. Die Nase ist das einzige Sinnesorgan, das auf Anreize reagiert, weshalb sich Riechen trainieren lässt. Nicht trainierte Menschen erkennen nur etwa 20-30 Aromen, Parfümeure jedoch bis zu zweitausend. Mit starken Duftstoffen kann man Anreize setzen, welche die Riechzellen anregen und stärken.
Hierzu gehören zum Beispiel die Aromen Zimt, Rose, Gewürznelke und Eukalyptusöl, an denen man mehrmals täglich ca. 10 Sekunden lang schnüffeln sollte. Dieses Training führt aber nur zu einer Stärkung des Geruchssinns, wenn die entsprechenden Stammzellen noch vorhanden sind, sodass sich die Sinneszellen neu anpassen und beginnen können, auch andere Gerüche wahrzunehmen. Das Training basiert auf der Erkenntnis, dass der Geruchssinn nur auf Änderungen des Geruchs reagiert. Deshalb merkt man auch erst, dass man stundenlang in einem stickigen Raum saß, wenn man kurz draußen war und wieder hereinkommt.
www.parkinsonfonds.de/tipps/besser-riechen-und-schmecken
Canty 4.7.2023
Beiträge im Forum ☞
| NR | AUSZUG BEITRAGSTEXT |
|---|---|
| 01 | Geruchsverlust ist ja ein mögliches nicht motorsicher Frühsymptom |
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