Fatigue = Erschöpfung ist nicht einfach Müdigkeit im üblichen Sinn. Es handelt sich um eine übermäßige körperliche, geistige oder emotionale Erschöpfung, die nicht durch Schlaf oder Ruhe vollständig besser wird.

Erschöpfung ist ein häufiges Symptom bei Menschen mit Parkinson, das sich auf verschiedene Weise äußern kann. Es wird geschätzt, dass etwa 50–70 % der Parkinson-Patienten unter Erschöpfung leiden. Die Erschöpfung kann sich in Form von Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schwäche oder verminderter Leistungsfähigkeit äußern und kann die Lebensqualität von Parkinson-Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Die genauen Ursachen der Erschöpfung bei Parkinson sind noch nicht vollständig verstanden, aber es wird angenommen, dass sie durch eine Kombination aus Parkinson-spezifischen Faktoren und allgemeinen Faktoren wie Stress und Depressionen verursacht wird. Einige der Parkinson-spezifischen Faktoren, die zur Erschöpfung beitragen können, sind:

  • Bewegungsprobleme: Parkinson kann die Bewegungsfähigkeit einschränken, was zu körperlicher Anstrengung und Müdigkeit führen kann.
  • Schlafstörungen: Schlafstörungen sind bei Parkinson-Betroffenen häufig, was zu Müdigkeit und Erschöpfung tagsüber führen kann.
  • Medikamenteneinnahme: Einige Parkinson-Medikamente können zu Erschöpfung und Schläfrigkeit führen.
  • Depressive Symptome: Depressionen sind bei Parkinson-Betroffenen häufig und können zur Erschöpfung beitragen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Erschöpfung bei Parkinson zu behandeln und zu bewältigen. Hier sind einige Tipps:

  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und die Müdigkeit zu reduzieren.
  • Ausreichend Schlaf: Es ist wichtig, ausreichend Schlaf zu bekommen, um Erschöpfung und Müdigkeit zu reduzieren.
  • Stressmanagement: Stress kann zur Erschöpfung beitragen, daher ist es wichtig, Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.
  • Depressionen behandeln: Die Behandlung von Depressionen kann dazu beitragen, die Erschöpfung zu reduzieren.
  • Anpassung der Parkinson-Medikation: In einigen Fällen kann eine Anpassung der Parkinson-Medikation dazu beitragen, die Erschöpfung zu reduzieren.
  • Energieeffizienz-Techniken: Es gibt spezielle Techniken und Strategien, die dabei helfen können, Energie effizienter zu nutzen und die Erschöpfung zu reduzieren.

Es ist wichtig, dass Parkinson-Betroffene und ihre Angehörigen die Bedeutung von Erschöpfung als Symptom von Parkinson verstehen und sich mit einem Arzt über Behandlungsmöglichkeiten und Bewältigungsstrategien beraten.


Erschöpfung kann sich ganz unterschiedlich zeigen - und ist mehr als Müdigkeit. „Der große Unterschied zur Müdigkeit ist, dass man sich bei Erschöpfung nicht mehr so schnell erholen kann“, sagt Julia Wohlfarth, Physiotherapeutin aus München. Sie hat gerade ein Buch zum Thema veröffentlicht („1-Minuten-Strategie Erschöpfung: Soforthilfe bei Überlastung, Unruhe und innerer Anspannung“). Eine Pause, eine Nacht Schlaf oder sogar ein Urlaub reichen dann nicht unbedingt aus, um wieder zu Kräften zu kommen.

Erschöpfung sei aber keine Diagnose, so die Autorin, sondern ein Symptom. Und sie werde von jedem Menschen anders erlebt. Manche fühlen sich innerlich abgeschaltet, kraftlos und leer. Andere sind müde, aber gleichzeitig angespannt und unruhig. „Erschöpfung ist nicht nur körperlich und auch nicht nur psychisch oder emotional zu betrachten“, so Wohlfarth. Sie kann den Alltag stark einschränken: „Erschöpfung hält uns davon ab, etwas für uns zu tun, und kostet wahnsinnig viel Lebensqualität.“

Tipp: Richtig atmen kann Körper und Geist gesunden lassen.

© G+J Medien GmbH

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