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Radevent 2012

1. Tag

Es war soweit - der erste Tag des Radevents war da. Ich hatte am Vorabend schon alles soweit zum Mitnehmen bereitgestellt, so dass ich es nur noch ins Auto einladen musste. Dann ging's zum Bürgerzentrum. Dort wartete im Innenhof bereits Ansgar und testete seine Mikrofonanlage. Nach und nach kamen jetzt Radler und ein paar Zuschauer an. Kurz vor 10 Uhr traf dann Kai Hundertmarck ein, der ein sympathisches Wesen hatte und ein Ultraleichtrad vom Feinsten mitbrachte. Er zog auch gleich eines unserer Shirts über und zeigte den Neugierigen, was es mit seinem Rad auf sich hat.

Fast pünktlich konnte die Bürgermeisterin Wolf die Starttröte ertönen lassen und die Radler setzten sich zur ersten Runde in Bewegung. Die Strecke führte an den Sehenswürdigkeiten von Sulzbach vorbei. Schon am ersten Punkt wartete eine Überraschung - neben der Statue der "Käsfraa" stand sie... leibhaftig und in echt, mit ihrem Korb voll Handkäse. (Danke!) Nach gefahrener Runde trafen alle wieder im Bürgerzentrum ein.

Die vier Radler Jürgen, Wolfgang, Achim und Charly fuhren jetzt mit Kai Hundertmarck ihrer ersten bergigen Etappe entgegen, die sie sehr gut meisterten. Etwas später überholten wir die Truppe laut hupend und erwarteten sie dann beim ersten Treffpunkt an der Billtalhöhe. Sie kamen überpünktlich und guter Dinge an, Wir tranken etwas und verabschiedeten Kai, der nun zurückfuhr.

Jetzt ging's weiter in Richtung Bad Camberg, wo wir den Bürgermeister treffen sollten. Doch wer war das? - Der Kurdirektor kam und begrüßte uns. Dabei stellte er fest, dass wir ja viel zu früh wären. Er war ganz durcheinander, aber das gab sich schnell.

Der Kurdirektor stellte uns die Kurstadt Bad Camberg vor samt seinem Motto "Morgens Fango, abends Tango". Dann kam die Presse dazu - nebst Bürgermeister, der, ebenso wie der Kurdirektor, sehr sympathisch war. Nun wurden wir auch vom Bürgermeister begrüßt. Wir plauderten etwas und bekamen dann einen Scheck überreicht. Nachdem wir noch die Wasserspiele im Park besichtigt hatten, ging es wieder weiter – in Richtung Limburg. Kurz vor Limburg warteten wir auf dem McDonalds-Parkplatz im Schatten auf die Truppe, die diesmal statt früher etwas später kam.

Sie hatten die Beschreibung der Strecke nicht genau gelesen und mussten einen Umweg fahren. Dazu kam auch noch ein platter Reifen. Inzwischen war es extrem warm geworden. Die letzte Etappe für heute brach an... Wir fuhren schon zum Hotel, um dort auf die Radfahrer zu warten. Diesmal rief ich die wartende Presse vorher an und verschob den Termin etwas nach hinten. Es war abzusehen, dass sich die Radler etwas verspäten würden. Zumal der letzte Teil es nochmal etwas in sich hatte. Kurz nach 18 Uhr kamen sie dann erschöpft aber glücklich an und erzählten, dass meine Wegbeschreibung nicht mehr ganz aktuell war. Die bezeichnete Tankstelle, an der sie abbiegen sollten, war in der Zwischenzeit abgerissen worden.

2. Tag

In der Nacht hatte es geregnet und heute Morgen am Frühstückstisch war alles noch ziemlich gedämpft. Die Strecke gestern war nicht so ohne für jeden gewesen. Die Radler fuhren pünktlich um 9 Uhr los. Wir erledigten noch die restlichen Dinge. Dann fuhren wir nach. Mitten im letzten schweren Anstieg sahen wir sie vor uns. Dann fuhren wir voraus und warteten dann am ersten Verpflegungspunkt.
Mit Musik und Laola-Welle begrüßten wir die vier und nach einer Pause ging es nun bergab auf die nächsten 20 km bis nach Neuwied.

Wir hatten jetzt erst einmal viel Zeit und suchten einen Lebensmittelmarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen. Diesmal entschieden wir uns für Knackwürstchen, Brötchen und Obst für die Mittagszeit. Danach machten wir uns auf den Weg, eine geeignete Stelle zum Verpflegen zu finden. Es gab am Ufer einige Lokale bzw. Biergärten. Um diese Zeit war es dort auch noch ziemlich leer. Schneller als gedacht waren die Radler da! Eine ganze Stunde zu früh! - In meinem Plan hatte ich mit der Durchschnittszeit weitergerechnet und nicht darauf geachtet, dass es ja bergab ging.

Dann großes Hallo, denn nach und nach trafen die drei Frauen ein, die ab jetzt mitfahren wollten. Nach einer ausgiebigen Mittagspause und einigen Erinnerungsfotos fuhr die Mannschaft los zum Etappenziel nach Linz.
Wir machten uns ebenfalls auf den Weg und suchten einen geeigneten Parkplatz. Erst 2 km hinter Linz fanden wir eine gute Stelle. Da die Truppe ja meist zu früh war, beeilten wir uns. Ich schnitt Äpfel und Bananen in mundgerechte Stücke und platzierte alles am Auto. Es war wieder sehr warm bzw. schwül geworden und ich dachte, das erfrischt wieder etwas.

Ein Anruf riss uns aus unserer Ruhe.... Sie waren nicht kurz vorm Etappenziel, wie wir angenommen hatten. Jürgen hatte wieder einen Platten bekommen und sie hatten während des Fahrens so gequatscht, dass sie nicht aufpassten. Dabei sind sie von der flachen Strecke abgekommen auf eine auch noch bergige Strecke. Also dauerte es noch bis sie kommen würden. Die Zeit für uns lang und ich fing an zu rechnen. Liesel erwartete uns ja mit dem Landrat um 18 Uhr in Mosdorf. Normalerweise für uns kaum mehr pünktlich zu schaffen.

Nach einigen Telefonaten und einer ganzen Stunde Verspätung kam dann die ganze Truppe an unserer Verpflegungsstelle an und... hatten noch 2 Personen im Schlepptau. Das Pärchen kam aus dem Westerwald und hatte in der dortigen Zeitung einen Bericht über das Event gelesen. Sie entschlossen sich mitzufahren und kamen ab Linz unserer Truppe entgegen. Es war eine tolle Bereicherung.
Nach der Pause verabschiedeten wir die Radler weiter auf die vorletzen Etappe nach Beule. Auch wir fuhren los und dank dem unermüdlichen Frieder kamen wir schließlich an eine schöne Stelle am Rheinufer-Radweg. Den Frieder störte es im Übrigen gar nicht, wenn im Auto zwei Navigationsgeräte unterschiedlicher Meinung waren.

Die Radler kamen schließlich auch bei uns an, machten eine kurze Rast und fuhren dann, bis auf eine Ausnahme, die restlichen 7 km bis zum Hotel in Mosdorf. Dank Bella, die pünktlich am verabredeten Ort war, konnte Susanne mitsamt Rad zum Hotel gefahren werden. Als auch die Radler dort eintrafen, gab es wieder eine große Begrüßung mit Laola-Wellen. Die Presse war schon da und auch der Landrat und der Vorsitzenden des Behindertenverbandes warteten schon. Uns blieb keine andere Wahl als so verschwitzt wie wir waren, dem Tross in den Begrüßungsraum zu folgen. Viele bekannte Gesichter warteten schon und der Vize-Landrat begrüßte uns. Danach konnten wir uns zum Glück erstmal frischmachen und etwas ausruhen. Dem einen oder anderen zwickte es doch schon in den Oberschenkeln.

Den Abend verbrachten wir dann alle sehr harmonisch im Kreis derer, die alle gekommen waren. Wolfgang las noch einige Passagen aus seinem Buch. Dann ließen wir den Abend langsam ausklingen, denn es gibt noch einmal einen harten Tag.

3. Tag

Unser letzter Tag begann. Er wurde eingeleitet mit der Suche nach Charlys Fahrradschlüssel. Der war verschwunden und blieb es auch. Trotzdem trafen wir uns ziemlich ausgeschlafen und guter Dinge (mancher mit etwas Muskelkater) zum Frühstück.

Heute geht unser Abenteuer zu Ende. Ein Blick in den Himmel sagte uns, dass wir auch diesmal Glück mit dem Wetter haben werden – fast.
Pünktlich kurz vor 9 Uhr standen alle inklusive Michael, der ab heute noch mitfahren wollte, vor dem Hotel abfahrbereit. Während Jürgen und Wolfgang noch ein Pärchen von der Fähre abholten, das mitfahren wollte, versuchten Liesel, Anne und ich das Gepäck in Liesels Auto zu verstauen. Was uns ohne Frieders Mithilfe nicht leicht viel. Es bürgerte sich fast ein, dass immer beim Öffnen des Kofferraums etwas herausfiel.

Während sich die Radtruppe auf den Weg machte, suchten wir den nächsten Supermarkt auf, um Verpflegung einzukaufen.
Die Zeit verrann und es wurde dunkel. Auch das noch! Schnell alle ins Auto und losgefahren.

Es fing an zu regnen und Stephanie rief an, dass sie nebst Mann schon an der Fähre wäre. Heute Morgen hatten sie sich selbst übertroffen. Angesichts des schlechten Wetters und der Tatsache, dass die Fähre schon da war (wir selbst waren noch 5 Minuten davon entfernt) schickte ich sie schon los auf die andere Seite, wo wir uns dann treffen wollten. Inzwischen hörte es auch schon wieder auf zu regnen und sehr bald wurde es wieder hell.

Wir wollten nun zum Konrad-Adenauer-Ufer. Was aber an einem Samstag mitten in Köln gar nicht so einfach war. Letztendlich standen wir fast eine Stunde unter einer Brücke vor dem Ufer im Stau, Weil sich ein Unfall ereignet hat war alles blockiert.

Endlich wieder ans Tageslicht gekommen, suchten wir verzweifelt einen Parkplatz. Nachdem wir zweimal das Ufer, an dem ausgerechnet heute ein Flohmarkt stattfand, umrundet hatten, stiegen Anne und ich aus. Wir stellten alles was wir brauchten auf eine Bank, während Liesel wieder eine Parkplatz-such-Runde fuhr.

Aber bereits auf der anderen Seite. Was wir der Truppe schnell mitteilten. Während diese uns dann auf der Fähre entgegen kam, machten wir schnell eine Art Picknick zurecht, welches dann auch dankend angenommen wurde. Nun ging's schon zur vorletzten Etappe bzw. wir wollten uns kurz vor Gerresheim noch einmal treffen.

Samstagnachmittag - bei inzwischen wieder sehr warmem Wetter und durch Düsseldorf fahren war schon ein mordsmäßiges Unterfangen für die Radler wie auch für uns. Nach einigen Handytelefonaten und gefahrenen Suchkilometern trafen wir uns schließlich 2 km vor Gerresheim auf einem Parkplatz wieder. Schnell in die Shirts geschlüpft, etwas getrunken und weiter ging es.

Unter lautem hallo fuhren bzw. liefen wir pünktlich um 16.30 Uhr auf den Schützenplatz, Wo uns Phili, die Organisatorin des "Bewegten Tages" und die dort wartenden Leute schon begrüßten. Nach etlichen Fotoshootings und einem gemeinsamen Interview mit Phili, abgerundet durch einen Vortrag von Jürgen, fanden wir Zeit, uns dort zu akklimatisieren.

Leider haben wir von dem Event selbst nicht mehr so viel mitbekommen. Aber ich denke, angesichts der zufriedenen Gesichter, dass es auch dort en schöner Tag war. Ein paar Tombolalose konnten wir ja noch ergattern und sogar ein Gewinn war dabei.

Das Erlebnis Radevent hatte nun ein gelungenes Ende gefunden.

organisiert und berichtet von Gisi