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Der Workshop Parkinson und Persönlichkeit in Oberdürenbach

Den Workshop Parkinson und Persönlichkeit gibt es schon seit 10 Jahren.

Er findet meist im Herbst im Tagungshaus Haus Königsee in dem kleinen Eifeldorf Oberdürenbach nahe dem Nürburgring statt.

Meinen ersten Workshop dort habe ich im Jahr 2010 besucht. Im selben Jahr war auch mein Einstieg sowie meine Neuanmeldung bei Parkins-on-line. Bisher im Forum unter dem Nicknamen Fisch unterwegs, wollte ich mich nun outen. Dieses Treffen in einer kleinen Gruppe schien mir geeignet zu sein. Die großen CT's waren mir bis dato noch etwas zu unüberschaubar. Der erste Gedanke, der mich dabei überkam war: „So viele Leute einem Haufen!!“

Ich wollte es lieber erst einmal in kleinem Rahmen versuchen und die Betroffenen kennenlernen, herausfinden, ob diese Art Zusammentreffen überhaupt für mich das richtige ist. Ich kannte bisher noch niemanden aus dem Forum persönlich und war schon etwas aufgeregt, was mich wohl dort erwarten würde.

Doch bereits der erste Eindruck war sehr positiv. In dem schönen Haus Königsee fand ich mich gleich zurecht, die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet, teils Doppel-, teils Einzelzimmer mit Bad. Der Blick in den wunderschönen, liebevoll angelegten Garten ließ mich ahnen, dass ich mich hier wohlfühlen werde.

Der Workshop in Oberdürenbach begann Freitagnachmittag und dauerte bis Sonntagmittag nach dem Essen.

Ich wurde herzlich von den anderen Parkis empfangen. Manche kannten sich schon untereinander und gehörten bereits Jahre lang als aktive Mitglieder dem Verein an.

Das Thema „Parkinson und Persönlichkeit“ sprach mich damals direkt an und ich finde es heute noch genauso spannend. Denn es begleitet uns ja ein ganzes Leben lang. Unser Parkinson verändert sich ständig und wir müssen uns immer wieder neu mit den Gegebenheiten arrangieren.

Der Workshop wurde jedes Jahr von einem kleinen Team vorbereitet. An meinem ersten Workshop-Wochenende waren es Bille und Stephan mit Sigrun, die die Leitung hatten.

Wir erarbeiteten unser Thema mit Rollenspielen in Kleingruppen, lernten uns dabei besser kennen und sammelten wertvolle Erfahrungen und Impulse. Dabei sprachen über unsere eigenen Erfahrungen auf dem Parkinsonweg und all die Veränderungen, die das Leben mit sich zieht. Wir saßen aber nicht nur auf dem Stuhl, sondern bewegten uns zwischendurch zur Auflockerung rhythmisch zu Musik oder machten auch Gymnastik.

Das Thema Medikamente und deren Nebenwirkungen wurde ebenso angesprochen. Ich empfand es als sehr wichtig, mehr darüber zu erfahren. Gerade wenn man neu auf dem Gebiet ist. Es wurde kein Blatt vor den Mund genommen und wie froh und dankbar war ich über manche Aussagen von Betroffenen, die schon länger dabei waren.

Dabei bleibt das gesprochene Wort im Raum und dringt auch danach nicht an die Öffentlichkeit, so dass ein Jeder frei und ungezwungen reden kann. Sozusagen in einem geschützten Rahmen, das finde ich sehr wichtig zu erwähnen.

Ich fühlte mich als Neuling in solch einer kleinen Gruppe richtig gut aufgehoben und aufgenommen und knüpfte Freundschaften, die sich bis heute weiter fortsetzten.

Die Tatsache, dass ich mich unter lauter Kranken befand, zog mich überhaupt nicht runter, im Gegenteil, es motivierte sehr, denn viele der Parkis sind noch sehr aktiv. Mir wurde dabei klar, dass diese Krankheit nicht automatisch Endstation bedeutet.

Mein Eindruck „wir sitzen alle in einem Boot“ erleichterte es mir ungemein, auch über meine Ängste und Erfahrungen zu reden.

Die Atmosphäre war passend zum Haus: sehr angenehm.

Die Verpflegung hier war übrigens auch ausgezeichnet, so hat man sich spezialisiert auf eine vollwertige, fleischlose Kost - nach meinem Geschmack war alles super lecker und, glaube ich, für jeden etwas dabei.

Zeit für kleine Spaziergänge oder Rückzugsmöglichkeiten war auch genug vorhanden, so dass keiner mit dem Programmablauf überfordert war.

Abends wurde gespielt, geklönt und viel gesungen. Ich hatte das große Glück, dass beide Male, als ich dabei war, Mitglieder des Chors anwesend waren. Da kam immer eine tolle Stimmung auf. Die Gitarren wurden ausgepackt und los ging es.

Am Ende schrieb ein Jeder einen Beurteilungsbogen über die anderen Teilnehmer, alles Positive nochmal zusammengefasst.

Das fand gefiel mir sehr gut, eine Art Selbstmotivation, was man alles kann. Gerne schaue ich mir diesen Zettel heute immer wieder mal an, als Erinnerung an das tolle Einstiegswochenende. Dies habe ich im letzten Jahr dann fortgesetzt und war zum 2. Mal dabei.

Wenn es zeitmäßig passt, würde ich es immer wieder buchen. Zumal es eine Förderung von den Kassen gibt und die Kosten sich im Rahmen halten, d.h. ein Jeder hat die Möglichkeit daran teilzunehmen.

Abschließend hat mir der Workshop das Gefühl gegeben, dass ich meinen Weg gut meistern kann. Die Teilnehmer, die ich damals kennengelernt habe, sind heute noch bei PAoL und zu einigen habe ich im Laufe der Jahre einen intensiveren Kontakt aufgebaut.

Ein schönes Gefühl der Zusammengehörigkeit!

Fisch (2015)